Wenn Haman im Dreieck landet – und zwar ordentlich
- 15. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Hamantaschen tauchen bei Ihnen wahrscheinlich genau dann auf, wenn Purim näher rückt: Plötzlich riecht die Küche nach Mürbteig, irgendwo steht eine Schüssel mit Mohn oder Powidl, und auf dem Tisch stapeln sich Bleche mit kleinen Dreiecken. Sie heißen nach Haman, sehen aber harmlos süß aus – und genau das passt zu Purim: Vordergründig ein Keks, dahinter eine ganze Geschichte.
Was hinter den dreieckigen Keksen steckt
Dass ausgerechnet Haman Namenspate für ein Purim-Gebäck wurde, ist typisch jüdischer Humor: Sein Name bleibt in Erinnerung, aber in einer Form, über die man lachen – und die man aufessen kann. In verschiedenen Gegenden heißen die Hamantaschen „Haman-Taschen“, „Hamans Ohren“ oder auf Hebräisch „Oznei Haman“, und jede Bezeichnung setzt einen anderen Akzent.
Die Taschen erinnern einige an das Silber, mit dem Haman den König für sein Vorhaben gewinnen wollte. Die „Ohren“ greifen spätere volkstümliche Erzählungen auf, nach denen Haman bei seiner Bestrafung seine Ohren verloren hat. Und die Dreiecksform wird gerne auch mit den drei Erzvätern Awraham, Jitzchak und Jaakov verbunden – als Hinweis darauf, dass ihr Verdienst seine Pläne durchkreuzt.
Von Mohntaschen zu Hamantaschen
Kulinarisch sind Hamantaschen Kinder der aschkenasischen Küche Mitteleuropas. Gefüllte Teigtaschen mit Mohn waren dort schon verbreitet, bevor Purim-Gebäck daraus wurde – irgendwann kam jemand auf die Idee, aus „Mohntaschen“ „Hamantaschen“ zu machen, und der Wortwitz setzte sich durch.
Seitdem wandern die kleinen Dreiecke durch die jüdische Welt: In Mitteleuropa eher mit Mohn und Powidl, in anderen Gegenden mit Nüssen, Trockenfrüchten oder Marmelade, heute oft auch mit Schokolade und Nusscremes. Es gibt butterige Mürbteig-Varianten, parve Versionen mit Margarine oder Öl und sogar Hefeteig-Hamantaschen – jede Küche hat ihre Linie, aber die Dreiecke erkennt man sofort.
Die Praxisfrage: Warum ist die Form so kompliziert?
Auf dem Papier klingt das Rezept einfach: Kreis ausstechen, Füllung in die Mitte, drei Ecken hochklappen, fertig. In der Realität kennen viele die andere Version: Der Teig klebt, die Kreise sind ungleich, die Ecken öffnen sich im Ofen – und aus den Haman‑Dreiecken werden kleine Purim-Pizzen.
Der Hamantaschen-Ausstecher
Hier kommt ein Werkzeug ins Spiel, das diese ganze Falt-Geschichte deutlich entspannter macht: ein Ausstecher extra für Hamantaschen gedacht, gleichmäßige Kreise aussticht und die Mitte markiert, sodass Sie genau wissen, wo die Füllung hingehört.
Rezept: Gut formbare Hamantaschen
Zutaten (ca. 25–30 Stück)
Teig:
350 g Mehl |
120 g Zucker |
1 Päckchen Vanillezucker |
1 gestrichener TL Backpulver |
1 Prise Salz |
150 g weiche Butter oder Margarine (parve) |
1 Ei (Größe M) |
1 Eigelb |
2–3 EL Orangensaft |
Füllung (eine Sorte oder gemischt):
ca. 200 g Mohnfüllung | oder 200 g Powidl | oder Marmelade | oder Schokocreme |
Zubereitung:
Mehl, Backpulver, Zucker, Vanillezucker und Salz in einer Schüssel mischen. Weiche Butter in Stücken dazugeben und alles zu einer krümeligen Masse verreiben.
Ei, Eigelb und zunächst 2 EL Flüssigkeit hinzufügen und zu einem glatten Teig verkneten. Der Teig soll weich sein, aber nicht kleben; bei Bedarf esslöffelweise mehr Flüssigkeit ergänzen.
Teig zu einer flachen Scheibe drücken, in Folie wickeln und mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
Währenddessen Bleche vorbereiten und Füllung bereitstellen.
Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen, zwei Bleche mit Backpapier auslegen.
Teig portionsweise auf leicht bemehlter Fläche etwa 3–4 mm dick ausrollen.
Mit dem Keksausstecher gleichmäßige Kreise ausstechen und auf das Blech legen.
In die Mitte jedes Kreises etwa 1 gehäuften TL Füllung setzen; lieber etwas weniger, damit die Ecken nicht aufgehen.
Jeden Kreis an drei Punkten fassen, die Ränder nach oben klappen und ein Dreieck formen. Die Ecken gut zusammendrücken, aber die Füllung sichtbar lassen.
Hamantaschen mit etwas Abstand aufs Blech setzen.
Etwa 10–12 Minuten backen, bis die Ränder goldgelb sind. Lieber etwas heller lassen, damit der Teig zart bleibt.
Auf einem Gitter auskühlen lassen – frisch ideal zum Probieren, am nächsten Tag perfekt für Mischloach Manot.
Purim-Stimmung auf dem Blech
Wenn der Teig ausgerollt wird, jemand im Hintergrund schon die Purim-Playlist startet und Kinder anfangen, Füllung zu „kosten“, bevor sie in die Kreise wandert, ist Purim in der Küche angekommen. Ein praktischer Ausstecher ersetzt nicht das Familienchaos – aber er sorgt dafür, dass die Bleche so aussehen, wie Sie es im Kopf haben.

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